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Forex lernen: ehrlich, mit Rechner und echten Zahlen
Devisenhandel ist der grösste Markt der Welt und für Privatleute einer der härtesten. Hier stehen die Begriffe, die du wirklich brauchst, ein Rechner, der dir vor jedem Trade die richtige Positionsgrösse zeigt, und was herauskam, als wir 15 bekannte Regeln auf sieben Währungspaaren getestet haben. Keine Anlageberatung, keine Versprechen.
💡 Das Wichtigste zuerst: Laut der EU-Wertpapieraufsicht ESMA verlieren typischerweise 74 bis 89 % der Privatkonten mit CFDs Geld. Der Hebel macht aus kleinen Kursbewegungen grosse Gewinne und Verluste. Wer Forex lernt, lernt zuerst Risiko begrenzen. Der Rechner unten rechnet nur, er wird nicht hochgeladen.
Die Begriffe, die du wirklich brauchst
| Währungspaar | EUR/USD = 1,10 heisst: 1 Euro kostet 1,10 US-Dollar. Vorne die Basiswährung, hinten die Kurswährung. Kaufen = auf steigenden Euro setzen. |
| Pip | Die vierte Nachkommastelle (0,0001), bei Yen-Paaren die zweite (0,01). Von 1,1000 auf 1,1050 sind 50 Pips. |
| Lot | Standard-Lot = 100'000 Einheiten der Basiswährung, Mini = 10'000, Mikro = 1'000. Bei EUR/USD ist 1 Pip pro Standard-Lot 10 US-Dollar wert. |
| Hebel & Margin | Bei 30:1 hinterlegst du für 30'000 Franken Position 1'000 Franken Sicherheit (Margin). 1 % Kursbewegung = 30 % deiner Margin. |
| Spread | Der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Er ist bei jedem Trade sofort ein Verlust, den der Kurs erst wieder aufholen muss. |
| Swap | Zins für Positionen über Nacht, je nach Zinsunterschied der beiden Währungen eine Gutschrift oder Belastung. Bei langen Haltedauern oft der grösste Kostenpunkt. |
Die Regeln: so viel Hebel ist erlaubt
Die ESMA begrenzt für Privatkunden in der EU den Hebel beim Eröffnen einer Position:
- 30:1 für die Hauptwährungspaare, also Kombinationen aus USD, EUR, JPY, GBP, CAD und CHF
- 20:1 für andere Währungspaare (etwa AUD/USD), Gold und grosse Aktienindizes
- 10:1 für andere Rohstoffe, 5:1 für Einzelaktien, 2:1 für Kryptowährungen
Dazu kommen ein Schutz vor negativem Kontostand und eine Zwangsschliessung, sobald das Konto unter 50 % der Mindestmarge fällt (ESMA). In der Schweiz braucht ein Anbieter eine Bewilligung der FINMA. Auf der Warnliste der FINMA stehen auffällig viele Namen mit „FX“ oder „Swiss“ darin, etwa „Swiss Bank FX“, „Fx Zurich“ oder „SwissFutureFX“. Ein Schweizer Name heisst nicht Schweizer Bewilligung.
Zur Grösse: Im April 2025 wurden am Devisenmarkt im Schnitt 9,6 Billionen US-Dollar pro Tag gehandelt (BIS Triennial Survey). Der grösste Teil davon sind Banken und Finanzinstitute, nicht Privatleute.
Positionsgrössen-Rechner
Erst das Risiko festlegen, dann die Grösse ausrechnen. Profis riskieren pro Trade meist 0,5 bis 2 % des Kontos.
Kurse sind Beispielwerte. Trag die aktuellen Kurse deines Anbieters ein.
Wir haben 15 Regeln auf 7 Währungspaaren getestet
Mit derselben Rechenlogik wie im Backtest-Labor: Signal am Schlusskurs, gehandelt erst am Folgetag, 0,02 % Kosten pro Wechsel (enge Forex-Spreads), ohne Hebel und ohne Swap. Paare: EUR/USD, GBP/USD, USD/JPY, USD/CHF, AUD/USD, EUR/CHF, GBP/CHF, Tageskurse von Yahoo Finance seit 2000 bzw. 2003 bis 02.10.2026. Vier offensichtliche Datenfehler von 2008 (Sprünge über 8 %, die am Folgetag zurückgingen) haben wir entfernt. Echte Schocks wie der SNB-Entscheid vom 15.01.2015 (EUR/CHF −17 %) bleiben drin.
| Regel | Skill ganze Zeit | Skill ab 2016 | ab 2016 ohne CHF-Paare | Paare mit Gewinn ab 2016 | Rendite pro Jahr ab 2016 |
|---|---|---|---|---|---|
| Swing (nach 3 Minus-Tagen kaufen) | 75 % | 64 % | 64 % | 2/7 | −1.5 bis +0.9 % |
| Bollinger 20/2 (unteres Band kaufen) | 71 % | 69 % | 72 % | 5/7 | −0.8 bis +1.1 % |
| Stochastik 14 (unter 20 kaufen) | 74 % | 64 % | 57 % | 1/7 | −1.3 bis +0.7 % |
| Buy the Dip (−5 % in 5 Tagen) | 74 % | 45 % | 37 % | 3/7 | −0.1 bis +0.8 % |
| Trendfolge 50/200 | 50 % | 28 % | 28 % | 1/7 | −2.8 bis +0.4 % |
| MACD 12/26/9 | 29 % | 38 % | 35 % | 1/7 | −1.8 bis +0.2 % |
Skill = Anteil von 200 Zufallsstrategien mit gleicher Zeit im Markt und gleich vielen Wechseln, die geschlagen werden; 50 % = Zufall. „Ab 2016“ ist der Teil nach dem Ende des SNB-Mindestkurses.
Was wir dabei gelernt haben:
- Trendregeln bringen bei Forex keinen Vorsprung. MACD, EMA, Ausbruch und Momentum liegen im Schnitt unter Zufallsniveau, die klassische Trendfolge 50/200 über die ganze Zeit genau auf Zufall und ab 2016 deutlich darunter. „The trend is your friend“ trägt hier nicht.
- Kurzfristige Gegenbewegungen sind etwas besser als Zufall. Bollinger-Bänder halten das auch auf den Jahren ab 2016 und ohne Franken-Paare. Das Ergebnis ist aber winzig: ohne Hebel zwischen etwa −1 und +1 % pro Jahr je nach Paar, und davon gehen noch Swap-Kosten ab.
- Ein Teil des „Erfolgs“ war ein Sonderfall. Buy the Dip sah über die ganze Zeit stark aus, vor allem bei den Franken-Paaren. Zwischen 2011 und 2015 verteidigte die SNB einen Mindestkurs von 1,20 je Euro, Rücksetzer federten künstlich zurück. Ab 2016 fällt die Regel auf Zufallsniveau.
- Hebel ändert daran nichts. Er vervielfacht Gewinn, Verlust und Kosten gleich. Eine Regel ohne echten Vorsprung wird mit Hebel nur schneller teuer.
- Währungen halten bringt im Kurs fast nichts: EUR/USD -0.3 % · GBP/USD -1.1 % · USD/JPY +1.6 % · USD/CHF -2.1 % · AUD/USD -0.5 % · EUR/CHF -1.8 % · GBP/CHF -2.9 % pro Jahr. Langfristig zählt der Zinsunterschied (Swap), der in Kursdaten nicht enthalten ist.
Deine eigene Forex-Regel testen? Im Backtest-Labor lädst du die Tageskurse eines Paars als CSV (z. B. von Yahoo Finance, Symbol EURUSD=X) und testest RSI, MACD, Bollinger, Stochastik, EMA und Fibonacci, gratis im Browser. Für eigene Regeln in Python, ganze Testreihen über viele Paare und Stundenkerzen gibt es den Strategie-Prüfstand.
Sofort-Download nach der Zahlung (Karte, über Stripe). Keine Anlageberatung, kein Signaldienst. AGB & Widerruf
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Häufige Fragen
Was ist ein Pip und wie viel ist er wert?
Die vierte Nachkommastelle eines Kurses, bei Yen-Paaren die zweite. Bei EUR/USD ist ein Pip pro Standard-Lot 10 US-Dollar wert. In Franken oder Euro rechnet der Rechner oben den Wert mit deinem Umrechnungskurs um.
Wie viel Hebel ist erlaubt?
In der EU 30:1 bei den Hauptpaaren und 20:1 bei anderen Paaren für Privatkunden (ESMA). Fällt das Konto unter 50 % der Mindestmarge, schliesst der Anbieter Positionen. In der Schweiz braucht der Anbieter eine FINMA-Bewilligung.
Welche Forex-Strategie funktioniert?
In unserem Test lagen Trendregeln auf oder unter Zufall, kurzfristige Gegenbewegungs-Regeln wie Bollinger-Bänder etwas darüber, brachten aber ohne Hebel nur etwa −1 bis +1 % pro Jahr vor Swap. Teste jede Idee auf ungesehenen Jahren, bevor Geld daran hängt.
Wie viele verlieren mit Forex und CFDs Geld?
Laut ESMA typischerweise 74 bis 89 % der Privatkonten. Viele Anbieter müssen ihre eigene Quote auf der Website angeben, schau sie dir vor der Kontoeröffnung an.