aban newsMärkte

Trading lernen — ehrlich, mit echten Zahlen

Hier steht, wo du Trading gratis und gut lernst, wie du übst, ohne Geld zu verlieren, was in der Schweiz steuerlich gilt — und was herauskam, als wir einen Lern-Bot 26 Jahre Kurse durchrechnen liessen. Keine Anlageberatung, keine Versprechen.

Die unbequeme Zahl zuerst

74–89 %

der Privatkonten verlieren mit CFDs typischerweise Geld — im Schnitt 1'600 bis 29'000 Euro pro Kunde. Das schreibt nicht ein Kritiker, sondern die EU-Wertpapieraufsicht ESMA, gestützt auf die Auswertungen der nationalen Aufsichtsbehörden.

Quelle: ESMA, Beschluss zu binären Optionen und CFDs

Trading ist lernbar. Aber wer lernt, lernt zuerst, wie leicht man verliert — und wie leicht man sich selbst etwas vormacht. Genau das zeigt der Test weiter unten.

Wir haben einen Bot lernen lassen, bis er immer richtig liegt

Die Frage war einfach: Kann ein Programm aus alten Kursen so viel lernen, dass es immer richtig liegt? Wir haben es mit echten Tageskursen seit 2000 ausprobiert — S&P 500, SMI, Nestlé, Bitcoin, Euro/Franken, Gold, Silber und Öl.

Der Auswendiglerner merkt sich jedes Kursmuster der letzten 20 Tage und was am Tag danach passierte. Auf den Kursen, die er kennt, liegt er perfekt. Auf Jahren, die er nie gesehen hat:

Marktrichtig auf alten Kursenrichtig auf neuen JahrenTage mit Anstieg
S&P 500100 %54.7 %54.6 %
SMI100 %53.6 %53.8 %
Nestlé100 %51.8 %51.5 %
Bitcoin100 %50.9 %50.9 %
Euro/Franken100 %47.9 %48.2 %
Gold99.9 %53.1 %53.0 %
Silber100 %52.9 %52.9 %
Öl (WTI)100 %52.0 %52.2 %

Die letzte Spalte verrät den Trick: Beim S&P 500 steigt der Markt an 54.6 % der Tage. Der Bot liegt zu 54.7 % richtig — genau so oft wie jemand, der einfach immer investiert bleibt. 100 % auf der Vergangenheit heisst: auswendig gelernt, nicht verstanden. Das ist die häufigste Falle beim Testen eigener Strategien.

Und mit vernünftigen Regeln?

Ein zweiter Durchlauf mit klassischen Regeln (gleitende Durchschnitte, Momentum, RSI). Der Bot suchte jeweils auf fünf Jahren die beste Regel und handelte damit das nächste, ungesehene Jahr — Kosten von 0.1 % pro Wechsel eingerechnet, Signal erst am Folgetag gehandelt.

MarktBot pro JahrHalten pro JahrBot schlimmster EinbruchHalten schlimmster EinbruchGeld einsetzen?
S&P 500 (2000–2026)+6.1 %+8.7 %−34 %−57 %Nein
SMI (2000–2026)+3.6 %+4.2 %−29 %−55 %Nein
Nestlé (2000–2026)+1.9 %+5.3 %−29 %−45 %Nein
Bitcoin (2014–2026)+22.4 %+15.7 %−71 %−77 %Nein*
Euro/Franken (2003–2026)−0.3 %−3.0 %−12 %−46 %Nein
Gold (2000–2026)+10.1 %+11.3 %−34 %−44 %Nein
Silber (2000–2026)+7.9 %+9.8 %−60 %−76 %Nein
Öl WTI (2000–2026)+2.1 %+0.2 %−53 %−93 %Nein*

* Bei Bitcoin und Öl lag der Bot vorne, aber der Vorsprung ist statistisch nicht von Glück zu unterscheiden (Bitcoin: in 44 von 100 Zufallsversuchen gleich gut oder besser, Öl: in 75 von 100). Gemessen am 23.09.2026, Kurse von Yahoo Finance.

Was der Bot wirklich kann: Er halbiert fast die schlimmsten Einbrüche — beim S&P 500 −34 % statt −57 %, beim SMI −29 % statt −55 %. Dafür verdient er weniger. Das ist kein Geldautomat, sondern eine Sicherung: Wer nachts wegen Kursstürzen nicht schläft, zahlt dafür mit Rendite. Wie du gekaufte KI-Trading-Bots einschätzt: KI-Trading-Bots ehrlich geprüft.

Daytrading mit Aktien, Gold, Silber und Öl — der Test

Daytrading heisst: jede Position wird am selben Tag geschlossen, nie über Nacht. Wir haben drei verbreitete Tagesregeln auf Stundenkerzen der letzten zwei Jahre getestet — der ersten Stunde folgen, gegen die erste Stunde setzen, und den Ausbruch aus der Spanne der ersten Stunden handeln (Opening Range Breakout). Long und Short erlaubt. Der Bot wählt die Regel auf 120 Handelstagen und handelt damit die nächsten 20 Tage, die er nicht kennt. Kosten: 0.05 % pro Trade für Spread und Kommission. Getestet auf fünf Rohstoff- und Index-Märkten und neun Einzelaktien: Apple, Nvidia, Tesla, Microsoft, Amazon, Nestlé, Novartis, Roche und UBS.

MarktTrades richtigohne Kostenmit Kostenpro Jahr je nach Startpunktim Plusimmer long (Tag)
Gold50.4 %+33.0 %+4.7 %−17 % bis +5 %20 %+6.6 %
Silber50.3 %−27.1 %−42.4 %−43 % bis +12 %10 %+15.3 %
Öl (WTI)47.5 %−70.8 %−76.9 %−68 % bis −30 %0 %−30.7 %
S&P 500 (Future)42.8 %−28.3 %−41.9 %−36 % bis −18 %0 %+6.1 %
Bitcoin47.3 %+1.5 %−28.0 %−40 % bis +2 %5 %−51.1 %
Apple48.6 %−19.0 %−44.3 %−25 % bis −19 %0 %−30.4 %
Nvidia51.1 %+8.1 %−4.7 %−27 % bis −1 %0 %+3.6 %
Tesla43.7 %−31.8 %−58.8 %−40 % bis −4 %0 %−15.0 %
Microsoft43.2 %−27.7 %−37.8 %−21 % bis −9 %0 %−21.1 %
Amazon45.8 %−32.0 %−43.0 %−23 % bis −8 %0 %−14.8 %
Nestlé46.7 %+4.3 %−26.7 %−16 % bis −10 %0 %−32.3 %
Novartis49.1 %+41.4 %+4.9 %−7 % bis +3 %30 %+16.6 %
Roche50.8 %+28.7 %−15.5 %−13 % bis −2 %0 %+28.1 %
UBS46.3 %−19.0 %−41.6 %−30 % bis −17 %0 %−4.3 %

Rund 480 bis 600 ungesehene Handelstage pro Markt, Herbst 2024 bis September 2026, Stundenkerzen von Yahoo Finance. „Je nach Startpunkt“: dasselbe Verfahren, die 20-Tage-Blöcke nur um 0 bis 19 Tage verschoben. „Im Plus“: bei wie vielen dieser 20 Startpunkte nach Kosten ein Gewinn bleibt. Gegenprobe: Eine Regel, die den Tagesschluss kennt, trifft auf jedem Markt 100 % und liegt bei allen Startpunkten im Plus. Gemessen am 25.09.2026, Code: tools/trading/daytrading.py.

Was die Tabelle zeigt: Bei keiner der neun Aktien kommt Daytrading verlässlich ins Plus. Bei acht Aktien liegt jeder einzelne Startpunkt im Minus. Novartis sieht mit +4.9 % gut aus. Aber nur bei 30 % der Startpunkte bleibt dort ein Gewinn, und einfach halten brachte +16.6 %.

Und die Zahlen sind wackelig. Zwei Tage mehr Daten genügten, und Silber drehte von +20.8 % auf −42.4 %, Gold von −7.2 % auf +4.7 %. Ein einzelner Backtest mit gutem Ergebnis ist deshalb fast wertlos. Aussagekräftig ist erst, wie das Ergebnis über viele Startpunkte streut.

Der Bot handelt jetzt selbst — mit Spielgeld

Ein Rückblick lässt sich schönrechnen, eine laufende Buchführung nicht. Darum trifft der Bot seit dem Start jeden Morgen pro Markt eine Entscheidung: investiert oder Cash. Abgerechnet wird erst mit dem nächsten Schlusskurs. Nichts wird rückwirkend eingetragen, jeder Markt startet mit CHF 10'000 Spielgeld, daneben ein Depot, das einfach hält.

Lädt das Übungsdepot …

Jeden Morgen prüft der Bot zuerst seine eigene Buchführung: Im Rückblick muss er rund 50 % treffen, eine Variante, die den nächsten Kurs schon kennt, muss auf 100 % kommen. Beim Daytrading dasselbe mit den letzten 60 Sitzungen: ehrlich rund 40–50 %, mit Kenntnis des Tagesschlusses 100 %. Stimmt das nicht, schreibt er an diesem Tag nichts. Code: tools/trading/papier_depot.py.

Stil-Labor: neun Trading-Stile mit Skill in Prozent

Trendfolge, Momentum, Ausbruch, Mean Reversion, Buy the Dip, Swing, Saison-Effekte: jeder Stil hat seine Anhänger. Wir haben neun bekannte Lehrbuch-Regeln unverändert auf acht Märkten seit 2000 laufen lassen (Bitcoin seit 2014), mit 0.1 % Kosten pro Wechsel und Handel erst am Folgetag.

Die Prozentzahl ist der Skill: Wie viele von 200 Zufallsstrategien schlägt der Stil nach Kosten? Die Zufallsstrategien sind gleich lang investiert und wechseln gleich oft, so zählt nur das Timing. 50 % heisst kein Können (Strich in der Mitte), 100 % heisst: besser als jeder Zufall.

Swing80 %

nach 3 Minus-Tagen kaufen, am ersten Plus-Tag raus · im Markt 10 % der Zeit · mehr Geld als Halten in 0 von 8 Märkten
S&P 500 100 % · SMI 95 % · Nestlé 98 % · Bitcoin 92 % · EUR/CHF 100 % · Gold 39 % · Silber 44 % · Öl (WTI) 73 %

Monatswechsel79 %

letzter bis 3. Handelstag investiert · im Markt 18 % der Zeit · mehr Geld als Halten in 0 von 8 Märkten
S&P 500 86 % · SMI 91 % · Nestlé 94 % · Bitcoin 94 % · EUR/CHF 9 % · Gold 92 % · Silber 78 % · Öl (WTI) 89 %

Trendfolge72 %

Gleitende Durchschnitte 50/200 · im Markt 59 % der Zeit · mehr Geld als Halten in 4 von 8 Märkten
S&P 500 98 % · SMI 87 % · Nestlé 0 % · Bitcoin 91 % · EUR/CHF 87 % · Gold 57 % · Silber 78 % · Öl (WTI) 77 %

Saison: Sell in May71 %

November bis April investiert · im Markt 49 % der Zeit · mehr Geld als Halten in 3 von 8 Märkten
S&P 500 73 % · SMI 82 % · Nestlé 57 % · Bitcoin 50 % · EUR/CHF 57 % · Gold 88 % · Silber 87 % · Öl (WTI) 76 %

Buy the Dip67 %

nach −5 % in 5 Tagen kaufen, 10 Tage halten · im Markt 22 % der Zeit · mehr Geld als Halten in 2 von 8 Märkten
S&P 500 48 % · SMI 72 % · Nestlé 99 % · Bitcoin 26 % · EUR/CHF 100 % · Gold 86 % · Silber 53 % · Öl (WTI) 50 %

Mean Reversion63 %

RSI(2) unter 10 kaufen, über 70 verkaufen · im Markt 10 % der Zeit · mehr Geld als Halten in 1 von 8 Märkten
S&P 500 100 % · SMI 87 % · Nestlé 92 % · Bitcoin 60 % · EUR/CHF 34 % · Gold 62 % · Silber 21 % · Öl (WTI) 48 %

Momentum58 %

Kurs über dem Vorjahr · im Markt 60 % der Zeit · mehr Geld als Halten in 2 von 8 Märkten
S&P 500 98 % · SMI 66 % · Nestlé 12 % · Bitcoin 100 % · EUR/CHF 16 % · Gold 46 % · Silber 74 % · Öl (WTI) 52 %

Ruhige Phasen39 %

investiert, wenn die Schwankung unter dem Jahresmittel liegt · im Markt 61 % der Zeit · mehr Geld als Halten in 1 von 8 Märkten
S&P 500 50 % · SMI 24 % · Nestlé 0 % · Bitcoin 24 % · EUR/CHF 2 % · Gold 57 % · Silber 59 % · Öl (WTI) 96 %

Ausbruch (Turtle)34 %

55-Tage-Hoch kaufen, 20-Tage-Tief verkaufen · im Markt 37 % der Zeit · mehr Geld als Halten in 1 von 8 Märkten
S&P 500 20 % · SMI 5 % · Nestlé 1 % · Bitcoin 99 % · EUR/CHF 4 % · Gold 42 % · Silber 50 % · Öl (WTI) 54 %

Skill ist nicht gleich Geld. Swing hat den höchsten Skill (80 %, auf S&P 500, SMI, Nestlé und EUR/CHF über 95 %). Kurzfristige Rücksetzer erholen sich dort also tatsächlich öfter als zufällig. Trotzdem verdient Swing auf keinem der acht Märkte mehr als einfaches Halten, weil das Geld nur 10 % der Zeit investiert ist. Umgekehrt ist Ausbruch (Turtle) mit 34 % schlechter als Zufall.

Und Vorsicht mit einzelnen hohen Werten: neun Stile auf acht Märkten sind 72 Versuche. Rein zufällig landen davon etwa 4 über 95 %, gemessen sind es 12. Ob solche Werte auch später halten, prüft der nächste Abschnitt. Gegenprobe: ein Stil, der den nächsten Tag kennt, kommt überall auf 100 %, Münzwürfe liegen im Schnitt bei 47–53 %. Gemessen am 23.09.2026, Code: tools/trading/stil_labor.py, Daten: stil-labor.json.

Hält der Skill? Erste Hälfte gegen zweite Hälfte

Ein hoher Skill über 25 Jahre kann Glück sein. Die ehrlichere Frage lautet: Wer in der ersten Hälfte gut war, ist es danach auch noch? Dafür haben wir jede Kursreihe halbiert (meist 2013, bei EUR/CHF Ende 2014, bei Bitcoin 2020) und den Skill in beiden Hälften getrennt gemessen, mit denselben Regeln und denselben Kosten.

StilSkill erste HälfteSkill zweite HälfteBeispiel
Swing77 %73 %S&P 500 100 % → 100 %
Buy the Dip65 %64 %Gold 81 % → 76 %
Saison: Sell in May69 %61 %S&P 500 92 % → 30 %
Monatswechsel81 %52 %Bitcoin 98 % → 40 %
Momentum68 %48 %SMI 98 % → 2 %
Trendfolge80 %40 %SMI 98 % → 7 %
Mean Reversion69 %40 %Nestlé 100 % → 25 %
Ausbruch (Turtle)46 %39 %Bitcoin 98 % → 90 %
Ruhige Phasen48 %29 %Silber 97 % → 8 %

Schnitt über acht Märkte. Die Werte je Markt stehen im Datensatz.

Meistens hält er nicht. Trendfolge fiel im Schnitt von 80 % auf 40 %, auf dem SMI von 98 % auf 7 %. Über alle 72 Paare hängen erste und zweite Hälfte kaum zusammen: Die Rangkorrelation liegt bei +0.17 (1 hiesse gleiche Reihenfolge, 0 gar kein Zusammenhang), p = 0.08, von Zufall nicht zu unterscheiden. Von 37 Paaren mit mindestens 80 % in der ersten Hälfte blieben 8 so hoch. Ohne jeden Zusammenhang wären es 6.

Der Trader-Test: Pro Markt den besten Stil der ersten Hälfte auswählen und weiter handeln. In der zweiten Hälfte hatte diese Auswahl im Schnitt 59 % Skill. Mehr verdient und dabei im Verhältnis zum Risiko besser als Halten: auf 1 von 8 Märkten (Öl).

Was bleibt: Swing auf Aktien und EUR/CHF (S&P 500 100 % → 100 %, SMI 86 % → 92 %, Nestlé 91 % → 88 %). Kurze Rücksetzer erholen sich dort seit 25 Jahren öfter als zufällig. Geld bringt das trotzdem kaum: Auf dem S&P 500 machte Swing in der zweiten Hälfte +2.7 % pro Jahr, Halten +12.3 %.

Gegenprobe mit demselben Test: 72 Münzwurf-Stile zeigen keinen Zusammenhang (+0.07, mittlerer Skill 54 %). 72 Stile, die an 0–8 % der Tage den nächsten Tag kennen, zeigen einen deutlichen (+0.52, p < 0.001). Echtes Können würde der Test also erkennen. Gemessen am 25.09.2026, Code: tools/trading/stil_haltbar.py, Daten: stil-haltbar.json.

Devisen statt Aktien? Forex lernen erklärt Pip, Lot und Hebel, mit Positionsgrössen-Rechner und unserem Test auf sieben Währungspaaren.

Erst gratis ausprobieren? Im Backtest-Labor testest du Regeln mit RSI, MACD, Bollinger-Bändern, Stochastik und EMA direkt im Browser, mit denselben ehrlichen Regeln wie oben.

Teste deine eigene Idee mit denselben Werkzeugen: der Strategie-Prüfstand.

  • Deine Regel gegen neun bekannte Stile und 200 Zufallsstrategien, mit Skill in Prozent
  • Zukunfts-Schutz: Greift deine Regel auf einen Kurs zu, den es noch nicht gab, bricht der Test ab. Das ist der häufigste Fehler in selbstgebauten Backtests
  • Auswahl-Falle und Mehrfach-Test: zeigt, ob der „beste“ Stil nur der glücklichste war
  • Daytrading-Test für Aktien (Apple, Nvidia, Nestlé, Novartis …), Gold, Silber, Öl und Bitcoin, mit Stabilitätsprüfung über 20 Startpunkte
  • Eigene Kursdaten als CSV, auch im Schweizer Format, oder Kurse direkt von Yahoo Finance
  • Anleitung: in 5 Minuten starten, Bericht lesen, die sieben Fallen

Python-Kit zum Herunterladen, läuft auf Windows, Mac und Linux mit Python 3.9+, keine Zusatzpakete. Keine Anlageberatung, kein Signaldienst: Der Prüfstand sagt nicht, was du kaufen sollst. Er sagt, ob ein gutes Ergebnis einem ernsthaften Test standhält.

Strategie-Prüfstand — CHF 19

Sofort-Download nach der Zahlung (Karte, über Stripe). AGB & Widerruf

Lernpfad: von null bis zur eigenen, ehrlich getesteten Strategie

1
Grundlagen: Was ist eine Aktie, ein Index, ein Fonds?
Investor.gov — Introduction to Investing (US-Börsenaufsicht, englisch, gratis) und Khan Academy — Finance and Capital Markets (Videos, gratis).
2
Theorie, die wirklich hält: Risiko, Rendite, Diversifikation
MIT OpenCourseWare — Finance Theory I (komplette Vorlesung, gratis). Anspruchsvoll, aber danach verstehst du, warum „der Markt schlagen" so schwer ist.
3
Risiko rechnen, bevor du Rendite rechnest
Ein Verlust von 50 % braucht danach +100 %, um wieder bei null zu sein. Lerne zuerst, wie viel du pro Trade verlieren darfst, ohne dass eine Pechsträhne dein Konto leert — erst dann, wo du einsteigst.
4
Üben ohne Geld
Ein Übungsdepot mit Spielgeld, z. B. Paper Trading bei TradingView. Führe jeden Trade in einer Liste: Grund, Einstieg, Ausstieg, Ergebnis. Nach drei Monaten weisst du mehr über dich als über den Markt.
5
Eine Strategie ehrlich prüfen
Die Regeln aus unserem Bot-Test: Signal erst am nächsten Tag handeln. Kosten einrechnen. Nur Jahre zählen, die beim Entwickeln nicht angeschaut wurden. Und immer mit dem einfachsten Vergleich messen: kaufen und halten. Schlägt die Strategie das nicht klar, ist sie kein Vorteil.

Deine Trading-Skills — Fortschritt in Prozent

Hake ab, was du wirklich kannst. Der Fortschritt bleibt nur in deinem Browser gespeichert, niemand sonst sieht ihn.

Dein Fortschritt0 %

Schweiz: Wann wird Trading zum Beruf — auch für die Steuer?

Private Kapitalgewinne sind in der Schweiz grundsätzlich steuerfrei. Wer zu viel handelt, gilt aber als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler — dann sind die Gewinne Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit. Die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt fünf Kriterien (Kreisschreiben Nr. 36). Sind alle erfüllt, gilt der Handel als private Vermögensverwaltung:

  1. Die Haltedauer der verkauften Wertschriften beträgt mindestens sechs Monate.
  2. Das Transaktionsvolumen (alle Käufe plus Verkäufe) pro Kalenderjahr beträgt höchstens das Fünffache des Wertschriften- und Guthabenbestands zu Beginn des Jahres.
  3. Kapitalgewinne sind nicht nötig, um fehlende Einkünfte zum Leben zu ersetzen — regelmässig erfüllt, wenn sie weniger als 50 % des Reineinkommens ausmachen.
  4. Die Anlagen sind nicht mit Schulden finanziert, oder die Erträge (Zinsen, Dividenden) sind grösser als die Schuldzinsen.
  5. Derivate (insbesondere Optionen) dienen nur zur Absicherung eigener Positionen.

Quelle: Steuerverwaltung Kanton Bern, TaxInfo „Gewerbsmässiger Wertschriftenhandel". Sind nicht alle Kriterien erfüllt, entscheidet die Gesamtwürdigung — im Zweifel mit einer Fachperson klären.

Daytrading mit Hebel und kurzen Haltedauern erfüllt Punkt 1 und 5 fast nie. Wer so handelt, sollte mit Einkommenssteuer und AHV-Beiträgen auf den Gewinnen rechnen.

Betrug erkennen

Garantierte Renditen, Druck („nur heute"), Kontakt über Social Media oder Messenger, Einzahlung auf Konten im Ausland — das sind die klassischen Zeichen. Bevor du einem Anbieter Geld überweist, prüfe ihn auf der Warnliste der FINMA. Dort stehen Firmen, die ohne Bewilligung auftreten.

Häufige Fragen

Kann ein Trading-Bot immer richtig liegen?

Auf vergangenen Kursen ja — unser Auswendiglerner lag auf den Lern-Daten zu 100 % richtig. Auf ungesehenen Jahren fiel er auf rund 50 % zurück, genau so oft wie jemand, der einfach immer investiert bleibt. Wer dir einen Bot mit 90 % Trefferquote verkauft, zeigt dir fast immer die Vergangenheit.

Wie viel Geld brauche ich zum Anfangen?

Zum Lernen: keins. Das Übungsdepot kostet nichts. Mit echtem Geld nur einen Betrag, dessen vollständigen Verlust du verkraftest — und erst, wenn deine Strategie im Übungsdepot über Monate besser war als kaufen und halten.

Lohnt sich Daytrading mit Aktien oder Gold?

Nicht in unserem Test. Auf zwei Jahren Stundenkerzen kam Daytrading bei keiner von neun Aktien (Apple, Nvidia, Tesla, Microsoft, Amazon, Nestlé, Novartis, Roche, UBS) verlässlich ins Plus, und auch bei Gold, Silber, Öl und Bitcoin nicht. Verschiebt man den Start des Tests um wenige Tage, springt das Ergebnis oft vom Gewinn in den Verlust. Die Kosten von 0.05 % pro Trade fallen bei jedem Trade an.

Welcher Trading-Stil ist der beste?

Keiner schlägt einfaches Halten verlässlich. In unserem Stil-Labor mit neun Stilen auf acht Märkten seit 2000 hatte Swing (nach drei Minus-Tagen kaufen) den höchsten Skill: im Schnitt besser als 80 % der Zufallsstrategien mit gleicher Marktzeit. Mehr Geld als Halten verdiente Swing trotzdem auf keinem Markt, weil das Geld nur 10 % der Zeit investiert war. Ausbruch-Strategien (Turtle) lagen mit 34 % unter dem Zufall.

Bleibt ein Trading-Stil gut, der früher funktioniert hat?

Meistens nicht. Wir haben neun Stile auf acht Märkten in zwei Hälften geteilt, meist vor und nach 2013. Trendfolge fiel im Schnitt von 80 % auf 40 % Skill. Wer pro Markt den besten Stil der ersten Hälfte weiter handelte, verdiente danach nur auf einem von acht Märkten mehr als mit einfachem Halten. Am stabilsten war Swing auf Aktien, aber auch dort mit weniger Rendite als Halten.

Ist das eine Anlageempfehlung?

Nein. Diese Seite erklärt, wie man lernt und wie man ehrlich prüft. Sie empfiehlt keine Wertpapiere, keinen Broker und keine Strategie.

Täglich 5 Minuten KI und Märkte, sachlich eingeordnet. Im Newsletter ordnen wir ein, was zählt, statt Tipps zu verkaufen.

Gratis abonnieren